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Pro-Anorexie-Seiten
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>>> Dossier: Pro-Anorexie-Seiten
>>> Schließung von Pro-Anorexie-Seiten
Unter der Überschrift "Yahoo removes Web sites
promoting anorexia, bulimia from its server" berichtet
der Boston Globe in seiner Ausgabe vom 5. August 2001 über
die Schließung mehrerer Pro-Anorexie-Seiten und -Communities,
die bis dahin auf Yahoo!-Servern regen Zulauf hatten. Danach
feierten die Mitarbeiter verschiedener Hilfsorganisationen
für Essgestörte einen ersten Sieg, nachdem die bekannte
Internet-Suchmaschine Yahoo Internetseiten, auf denen Magersucht
und Bulimie verherrlicht wurden, von ihren Servern gelöscht
hatte.
Gesundheitsexperten hatten sich im Vorfeld wiederholt besorgt
über die steigende Anzahl von Pro-Anorexie-Seiten im
Internet geäußert, die so bezeichnende Namen wie
"Finger in den Hals" oder "Magersüchtig
und stolz darauf" tragen. Auf diesen Seiten, deren Betreiber
ihre Essstörung als Lebensstil und nicht als Krankheit
bezeichnen, findet sich von Hinweisen, wie man trotz Untergewicht
weiter abnimmt und Angehörige darüber täuscht,
bis hin zu Fotos von magersüchtigen Prominenten alles,
was Betroffene noch tiefer in ihre Essstörung verstrickt.
Einen Sprecher der US-amerikanischen National Eating Disorder
Association in Seattle zitiert der Bericht mit den Worten
"Diese Seiten können lebensgefährlich für
Menschen sein, die an einer Essstörung leiden. Es war
eine wirkliche Herausforderung, auf eine Löschung dieser
Seiten hinzuwirken, weil sich die Betreiber auf die freie
Meinungsäußerung berufen haben".
Tatsächlich ist Anorexie die psychische Krankheit mit
der höchsten Sterblichkeitsrate, meint Dr. David Herzog,
Psychiatrie-Professor an der Universität von Harvard
und Vorsitzender des Harvard Eating Disorder Center. Neben
Beeinträchtigungen der Hirnfunktionen, Schädigungen
der inneren Organe und des Herzens bis hin zum Herzstillstand
ist Selbstmord eine häufige Todesursache.
Nachdem Yahoo über sechs Monate hinweg von mehreren
Gesundheitsorganisationen mit Briefen bombardiert wurde, gab
es letztendlich die gewünschte Reaktion: Ende Juli entfernte
Yahoo 21 offensichtliche Pro-Anorexie-Seiten und -Communities
von seinen Servern.
Eine Yahoo-Sprecherin wollte allerdings auf Nachfrage keinen
Zusammenhang mit der Aktion der Gesundheitsorganisationen
bestätigen: "Unser Anliegen ist es, eine Grundlage
für den vielfältigen Austausch der unterschiedlichsten
Meinungen über das Internet zu schaffen. Das Internet
ist ein rapide wachsendes Medium, und wir müssen uns
genau wie unsere User mit den Inhalten auseinandersetzen."
Darüber hinaus wies sie auf die Nutzungsbedingungen von
Yahoo hin, die "schädliche, bedrohliche und mißbräuchliche
Inhalte" verbieten würden.
Leider sind nach der Schließung die meisten der betroffenen
Inhalte bei anderen Providern wieder aufgetaucht.
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auf die Schließung"
Wolfgang Gawlik
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