Magersucht-Online

Informationen zu Magersucht - von Betroffenen für Betroffene

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Für Angehörige Symptome von Magersucht

Symptome von Magersucht

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 93
SchwachPerfekt 

Essstörungen äußern sich durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper. Den Essstörungen Magersucht und Bulimie ist die perzeptionelle (die Wahrnehmung betreffende) und konzeptionelle (die Wunschvorstellung betreffende) Störung des eigenen Körperbildes gemeinsam. Betroffene halten sich trotz teilweise erheblichen Untergewichtes für zu dick und haben ein extrem schlankes Körperideal.

Anzeichen für Magersucht

Leitsymptome der Anorexia nervosa
  • Körpergewicht unter 85% des zu erwartenden Gewichtes (< 10. Altersperzentile bzw. BMI < 17,5 bei Mädchen)
  • Absichtliche Gewichtsabnahme
  • Gewichtsphobie
  • Vermeidung hochkalorischer Speisen
  • Extrem langsames Essverhalten, Rituale beim Essen
  • Erbrechen, Abführmittelmissbrauch
  • Exzessive Gewichtskontrollen
  • Übertriebene körperliche Aktivität
  • Mangelnde Krankheitseinsicht
  • Körperschemastörung

Anorexie ist eine schwerwiegende Essstörung, bei der sich der Betroffene in einigen Fällen buchstäblich zu Tode hungert. Selbst wenn sie bereits erhebliches Untergewicht aufweisen, halten die Betroffenen sich für fett. Betroffene sind nicht einfach nur dünn. Sie wiegen mindestens 15% weniger als sie sollten.

Körperschema-Störung

Bei anorektischen Patientinnen kommt es zu einer Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers. Auch wenn sie im Laufe der Erkrankung schon extrem viel Gewicht verloren haben, überschätzen sie ihren Körperumfang und halten sich für zu dick.

Verändertes Essverhalten

Infolge der verzerrten Wahrnehmung des eigenen Körpers bemühen die Betroffenen sich, ihr vermeintlich zu hohes Gewicht zu reduzieren. Zu diesem Zweck nehmen sie nur geringe Mengen an Nahrung zu sich und vermeiden Lebensmittel, die viele Kalorien enthalten. Manche Patientinnen verweigern zeitweise die Nahrungsaufnahme komplett. Häufig nimmt das Essen einen zentralen Stellenwert im Leben der Betroffenen ein. Sie verwenden viel Energie darauf, Hungergefühle zu unterdrücken oder bereiten mit großem Eifer wahre Festmahle für andere zu, an denen sie aber selbst nicht teilnehmen. In Hinblick auf die Veränderungen des Essverhaltens lassen sich zwei Gruppen von anorektischen Patientinnen unterscheiden: Etwa 50% der Patientinnen halten ausschließlich Diät, bei den anderen treten aber auch bulimische Symptome (Essanfälle und selbst herbeigeführtes Erbrechen) auf. Bei Betroffenen, die zu der letzteren Gruppe gehören, beginnt die Störung meist später, sie haben vor der Erkrankung ein höheres Gewicht, die Körperschemastörung ist meist stärker ausgeprägt und sie sind häufig depressiver als Patientinnen mit einer rein anorektischen Symptomatik.

Gewichtsverlust

Neben der strengen Diät setzen viele Anorektikerinnen zusätzlich Appetitzügler, Abführmittel und sportliche Betätigung ein, um abzunehmen. Durchschnittlich verlieren anorektische Patientinnen 45-50% ihres Ausgangsgewichts. Liegt das Körpergewicht um mindestens 15% niedriger als das Normalgewicht, wird die Diagnose der Anorexie gestellt.

Körperliche Veränderungen

Durch den Gewichtsverlusts und die Mangelernährung kann es zu schwerwiegenden körperlichen Schäden kommen. Aufgrund von hormonellen Störungen bleibt die Menstruation meist aus. Bei Beginn der Störung vor der Pubertät wird die körperliche Entwicklung meist stark verzögert. Auch Verlangsamung des Herzschlags, niedriger Blutdruck, Absinken der Körpertemperatur, Hautprobleme, flaumartige Behaarung des Rückens, Muskelschwäche, Haarausfall und Wassereinlagerung im Gewebe können als Folgen der Anorexie auftreten. Der Mineralstoffhaushalt ist in der Regel gestört. Diese körperlichen Befunde werden durch die Mangelernährung verursacht und verschwinden meist vollständig, wenn sich das Essverhalten langfristig normalisiert hat. Durch die konstante Mangelernährung wird der Energieverbrauch herabgesetzt. Infolgedessen führt normale Nahrungsaufnahme unter diesen Umständen kurzfristig zu einer Gewichtszunahme.

Psychische Veränderungen

Bei anorektischen Patientinnen steht das beharrliche Streben, dünner zu werden, im Vordergrund. Verbunden damit besteht eine extreme Angst vor einer Gewichtszunahme. Schon eine Zunahme von wenigen Gramm, die aufgrund des gesenkten Energieverbrauchs ja schon nach recht geringer Nahrungsaufnahme folgen kann, löst regelrechte Panik aus. Das führt zu einem erneuten Versuch, das Essverhalten (noch strenger) zu kontrollieren. Die Patientinnen befinden sich also in einem regelrechten Teufelskreis. Häufig zeigen sich bei den Betroffenen auch depressive Symptome und starke Reizbarkeit.

Im Anfangsstadium ist es für Außenstehende schwer, eine beginnende Magersucht zu erkennen. Nach einem medizinischen Maßstab kann eine Person mit einem Body-Mass-Index (BMI) von weniger als 17,5 als magersüchtig bezeichnet werden. Der BMI errechnet sich als Gewicht in Kilogramm (kg)/Körpergröße (m)2.

Bitte beachten Sie, dass diese Seiten in keinem Fall eine ärztliche Diagnose ersetzen können. Wenn Sie bei jemandem diese oder ähnliche Symptome einer Essstörung beobachten oder vermuten, sollten Sie den Betreffenden behutsam auf die Auffälligkeiten ansprechen.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 27. Juni 2010 um 07:00 Uhr  

Kommentare  

 
+8 # Julia 2010-12-22 17:43
Also.Eine Freundin von mir hat in den letzten 2 Wochen [] Kilo abgenommen.Sie hat schon mit mir geredet weil sie Angst hat dass sie Essgestört ist.Sie kann nichts mehr essen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.Wenn sie so Hunger hat dass sie es nicht mehr aushält isst sie etwas und erbricht später. Sie nimmt auch Abführmittel um Wasser zu verlieren. Sie hat Angst wieder zuzunehmen und findet sich immer noch zu dick obwohl sie schlank ist.Ich hab ihr ein Bild von einem Magersüchtigen Mädchen gezeigt und sie findet das schön.Sie bestreitet jetzt dass sie ein Problem hat und meint dass es doch nicht so schlimm ist.
was soll ich tun ?
Antworten
 
 
-41 # Brigitte 2011-05-20 08:33
Geh zum Psychater.

Also ich würd eher sagen du ;)
Antworten
 
 
+6 # Kim 2011-04-29 18:07
Liebe Julia, mir geht es genauso wie deiner Freundin. Ich leide auch an Bulimie und ich habe schon [] Kilo abgenommen. Lass es bitte ihre Entscheidung sein und greife erst ein wenn du es für dringend notwendig hälst. Bei mir selber ist es so ich habe eine Freundin der ich es erzählt habe, als einzigster Person und die will mich ständig in eine Klinik zerren. Ich bin jetzt zerstritten mit ihr aber das würde ich dir gerne ersparen. ;) Gib aber immer noch nicht auf manche Betroffenen sind sehr launisch auf dieses Thema zu sprechen. Ich hoffe ich kann dir damit helfen.
Antworten
 
 
-31 # gina 2011-05-05 17:25
ganz erlich ich verstehe leute mit mager sucht nicht ich kann es einfach nicht nachvollziehn es gibt so viele menschen die nichts dafür können dass sie krank sind aber die menschen mit mager sucht sind so wie selbstmörder es liegt in deren händen was zu ändern aber nein solche menschen wollen einfach nicht leben .die habn doch alle ADS also bitte es gibtso viele unheilbare krankheiten...dass sind einfach nur verwöhnte menschen kuckt euch ma die menschen in demarmen länder an die habn nicht zu essen sowieso sind es meist nur mädchen aus reichen ländern .es ist einfach nur schade um die mädchen :(
Antworten
 
 
+14 # Marcella 2012-01-31 13:31
@gina

Jemand, der an Magersucht erkrankt ist, der KANN auch nichts dafür....es ist eine Krankheit. Es liegt nämlich meist nicht mehr in der eigenen Entscheidung, ob man isst oder nicht....ich finde jeden blöd, der eine psychische Erkrankung so abtut.....
Antworten
 
 
+3 # Britney 2011-05-29 21:04
Wenn ich dünne Menschen sehe die an Magersucht leiden dann versteh ich das selber nicht. Ich habe in 5 Monaten [] Kilo abgenommen. Das ist schwach ! In meinen Augen vor dem Spiegel seh ich mich jeden Tag fetter & fetter mit jedem Kilo den ich abnehme. Ich esse den ganzen Tag nichts. Meistens kommen Fresssuchten dann Schuldgefühle dann Erbrechen. Meistens 3 mal am Tag. Mein Körper ist am Ende. Aber nur so fühle ich mich gut. Ich möchte gerne Dünn & gut aussehen. Mit jedem Gramm den ich am Tag wegen Trinken oder einbisschen Essen zunehme habe ich den ganzen Tag über schreckliche Schuldgefühle. Meine Freunde sagen ich bin Krank ! Doch ich glaube das nicht. Das ist in den letzten 3 Monaten mein Tagesablauf geworden. Ich hatte sogar schon eine Magenspiegelung wegen ständigen Magenschmerzen die Ärzte haben aber nichts schlimmes festgestellt. Ich komm aus diesem Leben nicht mehr raus & ehrlich gesagt will ich das auch nicht. Aber ich esse eigentlich sehr gerne, das ist so eine qual für mich
Antworten
 
 
-6 # fdgfharth 2011-09-08 07:23
wir finden das auch nicht gut....
weil ihr macht euch so kaputt
Antworten
 
 
-4 # Bestee 2011-11-24 16:47
Mhhhh... Ich find es auch net gut , wenn ihr nichts essen wollt . Es ist doch zu schade sein Leben weg zu werfen . Ich bin auch dünn und wiege 50 Kilo , doch meine Mom meinte, da ich mich oft übergeben muss , ich sei Magersüchtig . An Alle , wir kliegen dass auf die Reihe ..
Antworten
 
 
+5 # claire 2011-12-02 20:43
@bestee : darauf würde ich mich nicht verlassen, dass ihr das alleine hinbekommt. Ich hatte auch Magersucht/ Bulimie und man muss erst mal verstehen, dass mein ein Problem hat. Der EIGENE WILLE/ EINSICHT ist das einzige, was einem da wieder raushelfen kann. Willkürliches Übergeben nach dem Essen heißt ganz sicher NICHT "etwas auf die Reihe kriegen" !!!!!
Antworten
 
 
-1 # Rambo 2012-01-18 16:12
Magersüchtige brauchen sofortige Hilfe von einer Fachperson.
In welcher Zeit lebt ihr?
Antworten
 
 
-6 # milena 2012-02-28 18:16
ich kann nicht verstehen wenn jemand sagt er sei zu dick!!!! ich meine jeder ist so wie er ist und muss sich deswegen nicht den finger in den hals stecken oder tagelang hungern!!!!! es ist nun mal jeder wie er ist und ich finde das muss man dann auch akzeptieren!!!! !!!! meine beste freundin zum beispiel ist auch ziemlich dick, aber so ist sie total hübsch!!!!! außerdem könnte ich sie mir in spargeldünn garnicht vorstellen!!!
Antworten
 
 
+6 # Carmen 2012-03-14 14:33
Meine freundin ist 14 und wiegt 40kg und sie ritz sich auch schon sie hat mir erzählt das sie mit ihren eltern normal isst und aber dann es auskotzen geht und ich weiß nicht wie ich mit ihr umegehen soll ich habe angst um sie
Antworten
 
 
-1 # Lia 2012-03-18 13:15
Hallo,
ich hab ein problem. eine freundin von mir (15 jahre alt) wiegt mit 175cm () und ist stark untergewichtig. ich hab mir angefangen sorgen zu machen, und sie beobachtet. sie trinkt nur, hat starke hautprobleme, starke behaarung an den armen und im gesicht und auch am rücken. ich bin relativ offen, rede mit ihr über alles, aber sie verschließt sich bei gewissen themen total. ihre kindheit war nicht schön, immer wurde über sie gestritten, sie wurde hin und her gerissen. ich weiß nicht ob sie wirklich einen halt in ihrer familie hat. und ich mach mir so sorgen, fast alle syntome für magersucht oder eine essstörung treffen zu, und sie nimmt auch immer weiter ab. sie ist nicht umwerfend hübsch, aber es wird ihr auch häufiger ins gesicht gesagt. was kann ich tun? ich mach mir so sorgen um sie.
danke schonmal im vorraus
Antworten
 

Kommentar schreiben

Die Kommentarfunktion soll zur Diskussion des jeweiligen Artikels dienen. Bitte beachten Sie, dass wir Kommentare nicht notwendigerweise beantworten oder Beratung über die Kommentarfunktion anbieten können. Zum Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen nutzen Sie bitte unsere Kommunikationsangebote unter hungrig-online.de. Kommentare mit Fragen zu Größe und Gewicht werden in der Regel gelöscht. Hinweise zur Datenverarbeitung bei Kommentaren finden Sie auf unserer Informationsseite zum Datenschutz.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Über uns

Magersucht-Online ist das Informationsangebot des Hungrig-Online e.V. zum Thema Magersucht.
Hungrig-Online e.V.
Postanschrift:

Hungrig-Online e.V.
Ottilienstraße 28a
81827 München
Vorstand:
Dr. phil. Maike Reimer, Sarah Krohn, Doris Hunnekuhl, Petra Supperl, Jessica Gahn.
Spendenkonto:
BIC BYLADEM1ERH
IBAN DE5476350000 0000003973
Sparkasse Erlangen
Spendenquittungen zur Vorlage beim Finanzamt können ausgestellt werden.

Hungrig-Online e.V. ist Mitglied im
BFE-Logo


Werbung: Buchempfehlungen bei Amazon

Weiterführende Informationen, Literatur und Bibliographie

Über die auf den einzelnen Seiten explizit gegebenen Quellenangaben und Links hinaus halten wir für Sie ein umfassendes Verzeichnis von Fachliteratur und eine Bibliographie zu Essstörungen bereit. Weiterführende Informationen finden Sie auch hier.