Selbst herbeigefügtes Erbrechen führt nicht zwangsläufig dazu, dass die Kalorien, die vorher, z.B. bei einem Essanfall, zu sich genommen wurden, wieder abgegeben werden. Tatsächlich werden bis zu einem Drittel der aufgenommenen Kalorien im Körper behalten. Je länger eine Person den Zyklus Essen/Erbrechen beibehält, umso mehr Kalorien werden vom Körper nicht mehr abgegeben.
Anfangs werden die Betreffenden zwar Gewicht verlieren, der Körper stellt sich im Lauf der Zeit aber auf dieses Verhalten ein, und die erste Phase der Verdauung wird beschleunigt. Das Erbrechen führt auch dazu, dass das natürliche Völlegefühl verlorengeht, so dass Häufigkeit und Ausmaß der Essanfälle mit der Zeit ansteigen. Übermäßige Diät, z.B. durch Überspringen von Mahlzeiten oder der Gebrauch von Appetithemmern, erhöht die Gefahr von Essanfällen noch.
Abführmittel und entwässernde Medikamente sind gefährlich und unwirksam, wenn es darum geht, Kalorienaufnahme zu vermeiden. Abführmittel zeigen ihre Wirkung erst dann, wenn der Hauptteil der Nahrung bereits verdaut und die Kalorien bereits aufgenommen worden sind. Wassertabletten entziehen dem Körper lediglich Flüssigkeit und können einen gefährlichen Flüssigkeitsmangel hervorrufen. Diese Mittel können die inneren Organe, z.B. die Nieren, erheblich schädigen. Außerdem kann der Missbrauch von Abführmitteln zu Hypokaliämie, d.h. verringerten Kaliumwerten, führen, was schwerwiegende medizinische Komplikationen hervorrufen kann.
Viele Personen mit einer Essstörung betreiben exzessiv Sport, um Kalorien zu verbrennen, andere erlauben es sich erst dann, etwas zu essen, wenn sie "ihre Übungen" hinter sich gebracht haben. Die Gefahr übermäßiger Anstrengung in Kombination mit extremer Diät besteht in der Überlastung des Herz-Kreislauf-Systems und kann zu Ohnmachtsanfällen führen. Sportliche Betätigung kann den durch Mangelernährung geschwächten Metabolismus nicht "wieder auf Touren" bringen.
Physische Auswirkungen
Personen, die unter einer Essstörung leiden, egal ob Anorexie oder Bulimie, zeigen meist Mangelerscheinungen, auch wenn ihr Gewicht im oder über dem Durchschnitt liegt. Auswirkungen können sein:
- Verringerte Herztätigkeit und Körpertemperatur
- Rückgang des Kaloriengrundumsatzes
- Bei Frauen unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation
- Zunahme der feinen Körperbehaarung (Körperflaum), Haarausfall
- Trockene, blasse Haut
- Kreislaufschwäche
- Schwellungen oder Taubheit an Händen und Füßen oder im Gesicht
Depressionen, Apathie, Unausgeglichenheit und zwanghafte Fixierung auf das Essen können ebenfalls durch unzureichende Nahrungsaufnahme verursacht werden.
Medizinische Komplikationen
Die Sterblichkeitsrate bei Essstörungen liegt in einem Bereich von 5 - 20%. Das größte Risiko besteht, wenn selbstherbeigeführtes Erbrechen, Missbrauch von Medikamenten und extreme sportliche Betätigung zusammen auftreten. Diese Kombination von Maßnahmen zur Gewichtskontrolle erhöht das Risiko von Herzproblemen durch Muskelschwund oder auch durch Störungen im Elektrolythaushalt.
Medizinische Risiken bei Anorexie
Die meisten unterernährten Personen haben eine verringerte Herztätigkeit und niedrigen Blutdruck. Das kann zu Schwindelgefühlen z.B. beim schnellen Aufstehen bis hin zur Ohnmacht führen. Außerdem wird das Magen-Darm-System in Mitleidenschaft gezogen (Hungerödem, alimentäres Dystrophie-Syndrom), was sich durch Anschwellen und Schmerzen ausdrücken kann. Für den Magersüchtigen führt das dann dazu, dass sie sich fett fühlen ("dicker Bauch") und noch weniger essen. Unregelmäßge oder ausbleibende Menstruation trifft die meisten untergewichtigen Personen, kann aber auch bei normalgewichtigen Personen auftreten, wenn sie sich über längere Zeit mangelhaft ernähren.
Medizinische Risiken bei Bulimie
Die Belastung des Körpers durch die Freßattacken, das Erbrechen und den massiven Missbrauch von Abführ- und entwässernden Medikamenten stellt eine ernste medizinische Gefahr dar. Der Gebrauch von Abführmitteln führt gewöhnlich zu Eiweißmangel und Störungen im Elektrolythaushalt, z.B. in Form von Hypokaliämie. Bulimiker leiden häufig an Magen/Darm-Beschwerden: Blähungen, Völlegefühl, Unterleibsschmerzen und Verstopfung. Die Speiseröhre wird durch das wiederholte Erbrechen gereizt. Der Gebrauch von entwässernden Mitteln hat praktisch keinen Einfluß auf die Kalorienaufnahme des Körpers. Ein Gewichtsverlust wird einzig durch den Flüssigkeitsverlust erzielt. Beim Erbrechen wird der Zahnschmelz durch die Magensäure angegriffen. Durch das Putzen der Zähne nach dem Erbrechen wird keine Abhilfe geschaffen, sondern lediglich die Säure stärker in die Zähne geschrubbt.
Quelle: http://www.nisa.net/~lee/dieting.html (Stand Juni 2001)
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Kommentare
Soll das nur abschrecken?
Es gibt Nahrungsmittel, die sich besser erbrechen lassen, ander kann man praktisch ohne grossen Aufwand nicht erbrechen.
Fact ist ausserdem, dass ein Teil derjenigen Nahrungsmittel, welche zuerst in den Magen gelangen, zuerst auch die Magendarmpassag e überwinden, und demzufolge auch nicht erbrochen werden können.
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