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ANAD: Schritt für Schritt gemeinsam aus der Essstörung

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ANAD, Beratung und therapeutische Wohngruppen bieten jungen Menschen Wege aus der Essstörung - durch kompetente professionelle Beratungs- und Therapieangebote, Information, Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit.

ANAD therapeutische Wohngruppen  für Frauen und Männer mit Essstörungen

Die intensivtherapeutischen Wohngruppen bilden den Brückenschlag zwischen stationärer und ambulanter Versorgung - denn bei Essstörungen besteht, ähnlich wie bei Suchterkrankungen, ein hohes Risiko nach Rückkehr aus der Klinik in das gewohnte Umfeld wieder rückfällig zu werden.

Mädchen, Frauen und Männer (ab 18 Jahren) mit Essstörungen leben bei ANAD sechs Monate lang mit Gleichaltrigen in einer Wohngemeinschaft in der Münchner Innenstadt, bleiben in den schulischen bzw. beruflichen Alltag integriert und werden rund um die Uhr von einem interdisziplinären Team intensiv begleitet. Diese alltagsnahe Therapieform wurde 1994 durch den Träger ANAD e.V. als Pilotprojekt ins Leben gerufen und ist inzwischen eine anerkannte Jugendhilfeeinrichtung, was auf den Erfolg des Konzeptes verweist.

Die Kosten für die Betreuung in den Wohngemeinschaften werden in der Regel von Jugendämtern und anderen Kostenträgern übernommen, die therapeutischen Leistungen mit den Krankenkassen abgerechnet. Das multidisziplinäre Team besteht aus Diplom-PsychologInnen, Diplom-SozialpädagogInnen, Oecotrophologinnen/Diätassistentinnen und einer Fachärztin für Psychosomatische Medizin als ärztlicher Leitung. Qualifiziertes Fachpersonal vor Ort gewährleistet eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung.

Einen Therapieplatz bei ANAD können Mädchen, Frauen und Männer bekommen, die

  • einen Body-Mass-Index (BMI) zwischen 16 (14-20jährige) bzw. 17 (ab 21 Jahre) und 40 haben (BMI = Gewicht (kg)/ Größe² (m))
  • zwischen 12 und 35 Jahren alt sind
  • an einer Essstörung leiden (Anorexie, Bulimie, Binge-Eating - auch mit Adipositas)
  • bereit sind, weiterhin schulisch bzw. beruflich eingebunden zu bleiben, zuzunehmen (bei Untergewicht), zu lernen, sich bedarfs- und bedürfnisgerecht zu ernähren, mitzuarbeiten und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen
Therapiebausteine bei ANAD sind
  • Ärztliche Eingangs- und Begleituntersuchungen
  • Psychotherapie: Einzel- und Gruppentherapie, Paar- und Familiengespräche mit verhaltenstherapeutisch-integrativem Schwerpunkt
  • Sozialpädagogische Betreuung: Einzelgespräche, WG-Gruppen, Hilfestellung bei Finanzplanung und Kontakt zu Schulen und Ämtern, Elternarbeit und freizeitpädagogischen Maßnahmen (z.B. erlebnispädagogische Maßnahme auf dem Reiterhof)
  • Ernährungsberatung: Einzelberatung und Gruppenangebote sowie gemeinsames Kochen und Essen
  • Nachbetreuung per Internet-Chat, moderiert von einer PsychologIn, SozialpädagogIn oder Oecotrophologin/Diätassistentin
ANAD hat sich zum Ziel gesetzt
  • Die Betroffenen bei der Integration in Schule oder Beruf zu unterstützen
  • Ihre Eigenverantwortung und Selbständigkeit im Alltag zu stärken
  • Ihre sozialen Kompetenzen zu fördern
  • Konflikte und Schwierigkeiten in der Familie zu klären
  • Gemeinsam mit den Betroffenen ein individuelles Ernährungskonzept auszuarbeiten, das sowohl bedarfs- als auch bedürfnisorientiert ist und
  • Zu vermitteln, dass Essen mit Spaß, Geselligkeit und Kommunikation verknüpft sein kann

Die Psychotherapie

Jeder Patient hat mehrere Einzel- und Gruppentherapiesitzungen pro Woche. Ziele der Psychotherapie mit verhaltenstherapeutisch-integrativem Schwerpunkt sind neben dem Abbau der Symptome die Verbesserung der Kontakt- und Beziehungsfähigkeit, der Wahrnehmung und des Ausdrucks von Gefühlen sowie die Stärkung von sozialer Kompetenz und Selbstsicherheit. Ähnliche Ziele verfolgt die Gruppenpsychotherapie. Zudem wird der Patient dabei unterstützt, eigene Ziele zu erreichen und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Je nach Bedarf werden zusätzlich Paar- und Familiengespräche vereinbart, um gemeinsam Konflikte und Schwierigkeiten zu klären.

Die Sozialpädagogische Betreuung

Der Patient und sein Bezugs-SozialpädagogIn sehen sich ein- oder mehrmals pro Woche, um gemeinsam eine individuelle Lebens- und Zukunftsperspektive für den Patienten zu entwickeln. Er erhält Unterstützung, was das WG-Leben, Schule, Beruf, Umgang mit Finanzen und Freizeitgestaltung angeht. Zudem werden weitergehende Hilfen nach dem Aufenthalt bei ANAD geplant und organisiert. Angeboten werden neben der sozialpädagogischen Einzelarbeit verschiedene Gruppen. In jeder Wohngemeinschaft findet einmal wöchentlich eine WG-Gruppe statt, darüber hinaus können die Patienten in einer Aktivgruppe ihre Unternehmungen am Wochenende planen. Abgerundet wird das Angebot durch freizeitpädagogische Maßnahmen, wie z.B. Ausflüge zum Reiten, Klettern oder Wandern sowie Ferienfahrten.

Die Ernährungsberatung

In der Einzelarbeit mit der Ernährungsberaterin wird zunächst das aktuelle Essverhalten betrachtet, um Schritte zu einer ausgewogenen Ernährung planen und umsetzen zu können. Zudem werden aktuelle Probleme rund um Essen und Ernährung besprochen. Dies gilt auch für die Ernährungsgruppen, die zusätzlich Informationen, z.B. zu Themen wie Hunger und Sättigung oder medizinischen Folgen von Essstörungen liefern. Ziel ist ein individuell zugeschnittenes Ernährungskonzept, das sowohl bedarfs- als auch bedürfnisorientiert ist. Den Speiseplan der Patienten reichhaltiger zu gestalten, darum geht es auch beim gemeinsamen Kochen und Essen, das mehrmals pro Woche angeboten wird und den Patienten vermittelt, dass Essen Spaß machen und mit Geselligkeit und Genuss verknüpft sein kann.

Die Nachbetreuung per Internet-Chat

Im Jahr 2003 wurde von ANAD in Kooperation mit dem Berliner Beratungsnetz (beranet.de) ein neuartiges und innovatives Projekt ins Leben gerufen: die Nachbetreuung ehemaliger Patientinnen der intensivtherapeutischen Wohngruppen durch einen moderierten Chat unter professioneller Leitung von PsychologInnen, SozialpädagogInnen und Oecotrophologinnen/Diätassistentinnen.

ANAD e.V. hat sich zum Ziel gesetzt

  • Betroffene, deren Angehörige, Fachleute und Interessierte über Essstörungen und Behandlungsangebote zu informieren sowie professionell und kompetent zu beraten
  • Kontakt- und Fachstellen zu vermitteln
  • Know-how, Sensibilität und Handlungskompetenz von Angehörigen und Fachleuten zu erhöhen
  • Durch Information, Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit dazu beizutragen, dass Essstörungen verhindert oder zumindest rasch erkannt und behandelt werden können

Der Internetauftritt www.anad.de

  • Informiert ausführlich über Essstörungen und Behandlungsmöglichkeiten
  • Gibt Betroffenen und Angehörigen Hilfestellung auf dem Weg aus der Essstörung und Anregungen für ein gesundes Essverhalten
  • Vermittelt Adressen von Beratungs- und Therapieeinrichtungen
  • Bietet die Möglichkeit, Fragen zu klären (Beratung per Email, FAQs)
  • Wird ständig aktualisiert und erweitert
  • Im Frühsommer 2004 startete das Jugendportal von ANAD (www.anad-jugendportal.de), das sich mit kurzen Texten, Tipps und Anregungen speziell an Jugendliche wendet - und damit an eine von Essstörungen besonders bedrohte und betroffene Altersgruppe

Die Adresse:
ANAD e.V.
Beratung und therapeutische Wohngruppen
Poccistr. 5
80336 München
Tel: 089/ 2199730
Fax: 089/ 21997323
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Web: www.anad.de

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 04. Juli 2010 um 19:48 Uhr  

Kommentare  

 
0 # Ingrid Speltner 2011-10-02 21:25
Wenn man schon den magersuechtigen geholfen hat und erfolgreich aus dem Lebensgefahr vom Krankenhaus nach Hause gebracht hat,sollte man sorgfaeltig im Familienkreis weiter Unterstuetzung geben,damit diese jeweilige Person nicht wieder rueckfaellig wird!!!Natuerli ch gibt es Wege wo man z.b.von Jugendaemtern durch Krankenkasse Hilfe bekommt,aber besser ist es wenn Freunde oder Familie durch sehr viel Liebe und Geduld weiter aufmuntern,nach helfen,beitrage n und unterstuetzen,o der neue Ideen von Hobbies oder Kochkurse anbieten,damit man weiter den Appetit nicht verliert!
Man sollte das Streben danach nicht aufgeben und wegwerfen,denn die wichtigste Behandlung ist die Weiterunterstue tzung der Familie oder der engen Freundeskreise! Einfach Schritt fuer Schritt mit guten Ergebnissen!!!
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